Sie arbeiten in einer Zahnarztpraxis und möchten sicherer in der Abrechnung werden? Oder Sie wollen mehr Verantwortung in der Organisation übernehmen? Dann gibt es passende Kurse. Sie unterscheiden sich stark in Dauer, Kosten und Abschluss. Dieser Überblick hilft Ihnen, den richtigen Kurs für Ihre Situation zu finden.
Wichtig vorab: Fast alle Abrechnungskurse setzen eine ZFA-Ausbildung oder Vorkenntnisse voraus. Wenn Sie ohne Berufsabschluss in der Zahnarztpraxis arbeiten, ist die ZFA-Umschulung bei Care-er der stärkere erste Schritt. Sie führt zum staatlich anerkannten Abschluss, und Abrechnung sowie Praxisorganisation sind Teil des Lehrplans. Mit dem Abschluss stehen Ihnen später auch Fortbildungen wie die ZMV offen.
- Zielgruppe: ZFA, Quereinsteiger am Empfang, Wiedereinsteiger
- Themen: BEMA, GOZ, Praxisorganisation, Praxismanagement
- Stand der Angaben: Oktober 2026, laut Kursseiten der Anbieter
Drei Arten von Kursen
Bevor Sie Anbieter vergleichen, lohnt ein Blick auf die Kursart. Davon hängt ab, was Sie am Ende in der Hand halten.
- Fernlehrgang neben dem Job: Sie lernen ein paar Stunden pro Woche von zu Hause. Am Ende gibt es ein Zertifikat des Anbieters.
- Weiterbildung in Vollzeit: Sie lernen mehrere Wochen am Stück. Solche Kurse richten sich oft an Arbeitsuchende und können mit Bildungsgutschein gefördert werden.
- Aufstiegsfortbildung mit Kammerprüfung: Sie bauen auf Ihrem Berufsabschluss auf. Am Ende prüft die Kammer. Für die Zahnarztpraxis ist das zum Beispiel die Zahnmedizinische Verwaltungsassistentin (ZMV).
Die Kurse im Vergleich
| Anbieter und Kurs | Für | Dauer | Format | Abschluss | Kosten laut Kursseite |
|---|---|---|---|---|---|
| PKV Institut: Abrechnungsmanager/-in in der Zahnarztpraxis | Zahnarztpraxis (BEMA, GOZ) | 7 Monate plus Prüfungsphase, 240 UE, etwa 6 Stunden pro Woche | Fernlehrgang, Start am 15. Juli, 15. Oktober oder 15. November | Zertifikat nach Online-Prüfung | 1.995 Euro oder 285 Euro im Monat |
| Philipp-Pfaff-Institut: ZMV | Zahnarztpraxis (Abrechnung, Praxismanagement) | ca. 7 Monate, ca. 400 Unterrichtsstunden | hybrid oder als Online-Live-Seminar, freitags und samstags, Prüfung in Präsenz in Berlin | Zeugnis und Urkunde der Zahnärztekammer Berlin bzw. Landeszahnärztekammer Brandenburg | 4.395 Euro hybrid, 3.995 Euro online, plus 45 Euro Bewerbungsgebühr, Aufstiegs-BAföG möglich |
| PKV Institut: Abrechnungsmanager/-in in der Arztpraxis | Arztpraxis (EBM, GOÄ) | 7 Monate plus Prüfungsphase, 201 UE | Fernlehrgang | Zertifikat nach Online-Prüfung | 1.890 Euro oder 270 Euro im Monat |
| WBS Training: Abrechnung und Praxismanagement für Arztpraxen | Arztpraxis (EBM, GOÄ) | 81 Tage | Vollzeit, live online oder am Standort | WBS-Zertifikat | Förderung über Bildungsgutschein möglich |
| IBB: Wiedereinstieg ins Arztpraxis-Management | Arztpraxis | 18 Wochen Vollzeit, 36 Wochen Teilzeit | virtueller Live-Unterricht | Zertifikat des Trägers | Kosten auf Anfrage, Träger nach AZAV zertifiziert |
| Landesärztekammer Hessen: Fachwirt/-in für ambulante medizinische Versorgung | Arztpraxis (Praxismanagement, Teamführung) | 510 Zeitstunden | Präsenz in Bad Nauheim, teils Blended Learning | Fachwirt/-innen-Brief | Pflichtteil 2.500 Euro plus Prüfungsgebühren |
Für Sie als Teil eines Zahnarztteams sind vor allem die ersten beiden Zeilen interessant. Die übrigen Kurse behandeln die Abrechnung in der Arztpraxis. Sie helfen nur, wenn Sie in diesen Bereich wechseln möchten.
Die Voraussetzungen im Blick
Fast alle Kurse bauen auf Vorwissen auf. Das PKV Institut nennt für den Zahnarzt-Lehrgang eine abgeschlossene ZFA-Ausbildung oder Grundkenntnisse in Zahnmedizin mit praktischer Erfahrung in der Abrechnung. Für die ZMV am Philipp-Pfaff-Institut ist die abgeschlossene Ausbildung als ZFA bzw. ZAH Pflicht, dazu ein Erste-Hilfe-Nachweis. WBS Training verlangt eine medizinische, pflegerische oder kaufmännische Berufsausbildung mit erster Berufserfahrung.
Wer ohne Berufsabschluss in der Zahnarztpraxis arbeitet, kommt deshalb oft nicht weiter. Der erste Schritt ist dann der Abschluss als ZFA.
Welcher Kurs passt zu Ihnen?
Sie sind ZFA und sollen die Abrechnung übernehmen. Ein Fernlehrgang wie beim PKV Institut lässt sich gut neben dem Praxisalltag machen. Sie lernen etwa 6 Stunden pro Woche.
Sie möchten Verantwortung für Abrechnung, Organisation und Team. Dann lohnt die ZMV. Sie dauert länger und kostet mehr, endet aber mit einer Prüfung vor der Kammer. Weitere Fortbildungen in Ihrer Region nennt Ihnen Ihre Zahnärztekammer.
Sie arbeiten ohne Abschluss am Empfang oder in der Assistenz. Die meisten Kurse in der Tabelle setzen eine Ausbildung voraus. Der passende Weg ist dann eine Umschulung zur ZFA, mehr dazu im nächsten Abschnitt.
Für wen passt Care-er besonders?
Care-er bietet keine einzelnen Abrechnungskurse an. Die ZFA-Umschulung von Care-er ist der Weg für alle, denen der Berufsabschluss noch fehlt. Sie läuft berufsbegleitend im Blended Learning: 3 Tage live online mit erfahrenen Fachdozentinnen und Fachdozenten, 2 Tage in Ihrer Praxis. Abrechnung gehört in mehreren Teilqualifizierungen zum Lehrplan, eine Teilqualifizierung widmet sich dem Empfang und der Praxisorganisation. Am Ende steht die Externenprüfung vor der Zahnärztekammer Berlin.
- Sie arbeiten schon ungelernt in der Praxis: Mit mindestens zwei Jahren Erfahrung überspringen Sie nach bestandener Kompetenzfeststellung die erste Teilqualifizierung und sparen rund sechs Monate.
- Sie sind arbeitslos und wollen in die Zahnarztpraxis: Ein Bildungsgutschein kann die Kosten bis zu 100 % übernehmen. Care-er hilft bei der Suche nach einem Praktikumsbetrieb.
- Sie steigen nach einer Pause wieder ein: Ab Kursstart erhalten Sie ein Teilnahme-Zertifikat, mit dem Sie sich früh bei Praxen bewerben können.
- Sie haben keinen Kursort in der Nähe: Der Unterricht läuft bundesweit live online, morgens mit Gleitzeit zwischen 8 und 10 Uhr.
Voraussetzung ist ein Mindestalter von 25 Jahren. Medizinisches Vorwissen brauchen Sie nicht. Gelernt wird auch mit dem Lernsystem ALIS, das jedes Thema als Video, Podcast, Text, Mindmap oder Quiz anbietet.
Fernlehrgänge und Weiterbildungen enden meist mit einem Zertifikat des Anbieters. Aufstiegsfortbildungen wie die ZMV enden mit einer Prüfung vor der Kammer. Fragen Sie vor der Anmeldung, welchen Abschluss Sie erhalten und ob die Maßnahme nach AZAV zugelassen ist.
Förderung: Was ist möglich?
Für den Zahnarzt-Lehrgang des PKV Instituts nennt die Kursseite einen Festpreis oder Monatsraten. Das Institut ist laut Kursseite nur für ausgewählte andere Fernlehrgänge nach AZAV zugelassen. Für die ZMV nennt das Philipp-Pfaff-Institut das Aufstiegs-BAföG. Bei WBS Training kommt der Bildungsgutschein infrage.
Auch die ZFA-Umschulung bei Care-er ist nach AZAV zugelassen. Ein Bildungsgutschein kann die Kosten bis zu 100 % übernehmen. Für Beschäftigte ohne verwertbaren Berufsabschluss kommt eine Förderung ebenfalls infrage, auch über den Arbeitgeber. Die Entscheidung liegt immer bei der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter.