Der erste Zahnarztbesuch prägt oft das Verhältnis zur Zahnarztpraxis für viele Jahre. Als ZFA können Sie dazu beitragen, dass Kinder gute Erfahrungen machen.
- Dauer: etwa 30 Minuten zum Einlesen, Übung im Alltag
- Gruppe: an der Rezeption, im Wartezimmer und am Behandlungsstuhl
- Material: kindgerechte Sprache, kleiner Spiegel, gegebenenfalls Belohnung nach Praxisangebot
- Geeignet für: Azubis aller Jahrgänge, besonders in Praxen mit vielen Familien
Worum es geht
Kinder erleben die Zahnarztpraxis anders als Erwachsene. Neue Geräusche, grelles Licht und fremde Menschen können sie verunsichern. Gleichzeitig sind Kinder neugierig und lassen sich gut begeistern, wenn man sie ernst nimmt.
Eltern spielen eine wichtige Rolle. Ihre eigene Haltung überträgt sich oft auf das Kind. Ihre Aufgabe als ZFA ist, eine freundliche Atmosphäre zu schaffen, das Kind einzubeziehen und den Zahnarzt bei der Behandlung zu unterstützen. Medizinische Entscheidungen trifft der Zahnarzt.
Das brauchen Sie
- Geduld und eine ruhige, freundliche Stimme
- einfache, positive Worte ohne angstauslösende Begriffe
- einen kleinen Handspiegel, damit das Kind zuschauen kann
- Zeit für kurze Erklärungen
- gegebenenfalls eine kleine Belohnung, wenn Ihre Praxis das anbietet
Schritt für Schritt
- Begrüßen: Gehen Sie in die Hocke und sprechen Sie das Kind direkt mit Namen an, nicht nur die Eltern.
- Kennenlernen: Lassen Sie dem Kind einen Moment, sich umzuschauen. Zeigen Sie den Stuhl, der hoch und runter fahren kann.
- Erklären mit Zeigen: Zeigen Sie Spiegel oder Luftpüster zuerst an der Hand des Kindes. Erst dann geht es in den Mund.
- Eltern einbinden: Klären Sie mit dem Zahnarzt, ob die Eltern dabei sein sollen und wo sie Platz nehmen.
- Kurz halten: Kinder können sich nur begrenzt konzentrieren. Gut vorbereitete Abläufe verkürzen die Behandlung.
- Loben: Loben Sie konkret, zum Beispiel: Du hast den Mund ganz toll weit aufgemacht.
- Positiv verabschieden: Beenden Sie den Besuch mit einem freundlichen Abschied, damit das Kind gern wiederkommt.
Typische Fehler
- Mit dem Kind wird gar nicht gesprochen, nur mit den Eltern.
- Worte wie Spritze, Bohren oder weh tun lösen Angst aus.
- Dem Kind wird versprochen, dass es gar nichts spürt.
- Die Behandlung wird mit Druck fortgesetzt, obwohl das Kind nicht mehr kann.
- Lange Wartezeiten im Wartezimmer machen das Kind unruhig.
Tipps aus der Praxis
Viele Praxen nutzen kindgerechte Begriffe, etwa Zahnputzbürste für das Polierbürstchen oder Zahnsauger als kleiner Staubsauger. Sprechen Sie im Team ab, welche Begriffe Sie verwenden, damit alle gleich reden. Planen Sie Kindertermine möglichst zu Zeiten, in denen Kinder ausgeruht sind.
Eltern freuen sich über kurze Hinweise zur häuslichen Zahnpflege. Geben Sie dabei die Informationen weiter, die in Ihrer Praxis vorgesehen sind. Grundlagen der Prophylaxe lernen Sie in der Ausbildung. Wer gern mit Familien arbeitet und den Beruf erlernen möchte, findet bei Care-er eine förderfähige ZFA-Ausbildung im Blended-Learning-Format mit 3 Tagen online und 2 Tagen Praxis.
Wenn ein Kind nicht mitmacht
Manchmal klappt es trotz aller Mühe nicht. Das Kind weint, hält den Mund geschlossen oder will den Stuhl verlassen. Bleiben Sie ruhig und freundlich. Der Zahnarzt entscheidet, ob eine Pause hilft oder ob ein neuer Termin besser ist. Ein abgebrochener Termin ist kein Versagen, sondern oft der Weg zu einem besseren nächsten Besuch.
Wie mit Kindern in Ihrer Praxis umgegangen wird und welche Rolle die Eltern spielen, legen Zahnarzt und Team fest. Medizinische Fragen der Eltern leiten Sie weiter.
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