Gutes Absaugen ist die Grundlage jeder Assistenz am Behandlungsstuhl. Es sorgt für freie Sicht, ein trockenes Arbeitsfeld und einen Patienten, der sich wohlfühlt.
- Dauer: etwa 30 Minuten zum Einlesen, mehrere Wochen Übung
- Gruppe: am Behandlungsstuhl
- Material: großer Sauger mit Kanüle, Speichelsauger, Spiegel, Watterollen, Schutzausrüstung
- Geeignet für: Azubis im 1. Jahr und Umschüler
Worum es geht
Bei vielen Behandlungen entstehen Wasser, Speichel, Blut und Spraynebel. Der große Sauger entfernt Flüssigkeit und Aerosol direkt an der Entstehungsstelle. Der Speichelsauger hält den Mundboden trocken. Gleichzeitig halten Sie mit der Kanüle Zunge oder Wange ab und schaffen dem Behandler Platz.
Gutes Absaugen ist Teamarbeit. Sie richten sich nach der Arbeitsposition des Behandlers, nach der Behandlung und nach dem Patienten. Wie in Ihrer Praxis abgesaugt wird, zeigt Ihnen die Einarbeitung.
Das brauchen Sie
- großer Sauger mit frischer Absaugkanüle
- Speichelsauger
- Mundspiegel, gegebenenfalls Watterollen
- Schutzausrüstung: Handschuhe, Mund-Nasen-Schutz, Schutzbrille
- eine gute Sitzposition mit freiem Blick ins Arbeitsfeld
Schritt für Schritt
- Position finden: Setzen Sie sich so, dass Sie den Mund gut einsehen und den Arm locker halten können. Ihr Hocker steht meist etwas höher als der des Behandlers.
- Kanüle halten: Halten Sie die Kanüle locker, zum Beispiel im Stift- oder Daumengriff, je nach Vorgabe in Ihrer Praxis.
- Platzieren: Führen Sie die Kanüle behutsam ein und legen Sie sie nahe an den Zahn, an dem gearbeitet wird, meist auf der gegenüberliegenden Seite des Bohrers.
- Weichteile schützen: Halten Sie Zunge oder Wange mit der Kanüle sanft ab, ohne Druck auf Schleimhaut oder Rachen auszuüben.
- Mitgehen: Folgen Sie dem Arbeitsfeld. Wechselt der Behandler den Zahn, passen Sie die Position an.
- Pausen nutzen: Saugen Sie in Pausen kurz den Mundboden ab und geben Sie dem Patienten Zeit zum Schlucken.
- Abschließen: Saugen Sie am Ende sorgfältig ab und führen Sie die Kanüle ruhig heraus.
Typische Fehler
- Die Kanüle liegt zu weit hinten und löst einen Würgereiz aus.
- Die Kanüle saugt sich an der Schleimhaut fest.
- Der Sauger verdeckt die Sicht des Behandlers.
- Die Spiegelfläche beschlägt, weil zu weit entfernt abgesaugt wird.
- Die Assistenz sitzt verkrampft und ermüdet schnell.
Tipps aus der Praxis
Beobachten Sie den Patienten. Unruhe, Husten oder angespannte Hände zeigen, dass etwas nicht stimmt. Eine kurze Pause und ein freundliches Wort helfen oft sofort. Saugt sich die Kanüle fest, drehen Sie sie leicht, statt sie wegzuziehen.
Üben Sie die Haltung auch außerhalb der Behandlung, zum Beispiel am Phantomkopf, wenn Ihre Praxis einen hat. Achten Sie bei Spraynebel darauf, dass die Kanülenöffnung nah am Arbeitsfeld liegt. Das hält die Sicht frei und reduziert Aerosol im Raum. Wer die praktische Arbeit mit einem flexiblen Lernmodell verbinden möchte, kann sich die ZFA-Ausbildung von Care-er anschauen, die 3 Tage online und 2 Tage Praxis kombiniert.
Absaugen bei unterschiedlichen Behandlungen
Nicht jede Behandlung verlangt die gleiche Technik. Bei einer Füllung im Seitenzahnbereich halten Sie meist die Zunge ab. Im Frontzahnbereich achten Sie besonders darauf, die Sicht nicht zu verdecken. Bei chirurgischen Eingriffen kommen oft spezielle Sauger zum Einsatz. Welche Kanüle für welche Behandlung genutzt wird, legt Ihre Praxis fest. Fragen Sie vor neuen Behandlungen kurz nach, worauf es ankommt. Mit der Zeit wissen Sie, was der Behandler braucht, bevor er es sagt.
Absaugtechnik und Haltung unterscheiden sich von Praxis zu Praxis. Richten Sie sich nach der Einarbeitung und den Abläufen in Ihrem Team.
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