Viele Menschen gehen mit einem mulmigen Gefühl zum Zahnarzt, manche mit großer Angst. Als ZFA sind Sie oft die erste Ansprechperson und können viel dazu beitragen, dass sich Patienten sicherer fühlen.
- Dauer: etwa 30 Minuten zum Einlesen, Einfühlungsvermögen im Alltag
- Gruppe: an der Rezeption, im Wartezimmer und am Behandlungsstuhl
- Material: ruhige Umgebung, Zeit für Gespräche, gegebenenfalls Ablenkung nach Praxisangebot
- Geeignet für: Azubis aller Jahrgänge und Berufseinsteiger
Worum es geht
Zahnbehandlungsangst hat viele Gründe: schlechte Erfahrungen, Kontrollverlust, Geräusche, Gerüche oder Scham über den Zustand der Zähne. Die Angst kann von leichter Nervosität bis zu starker Vermeidung reichen. Sie zeigt sich zum Beispiel durch Schwitzen, Unruhe, Schweigen oder auch Gereiztheit.
Die Behandlung und alle medizinischen Entscheidungen liegen beim Zahnarzt. Ihre Rolle ist die menschliche Begleitung: freundlich sein, erklären, zuhören und Sicherheit vermitteln. Das wirkt oft mehr, als man denkt.
Das brauchen Sie
- Zeit und eine ruhige, freundliche Haltung
- einfache Worte ohne Fachbegriffe
- Wissen über den geplanten Ablauf der Behandlung
- ein vereinbartes Stoppzeichen, zum Beispiel die Hand heben
- Ablenkungsmöglichkeiten, wenn die Praxis sie anbietet
Schritt für Schritt
- Angst erkennen: Achten Sie schon an der Rezeption auf Hinweise. Manche Patienten sagen es offen, andere zeigen es nur durch ihr Verhalten.
- Ernst nehmen: Sagen Sie nicht, dass es nicht schlimm sei. Zeigen Sie Verständnis, zum Beispiel mit: Das verstehe ich gut, viele Menschen geht es ähnlich.
- Wartezeit verkürzen: Lange Wartezeiten verstärken Angst. Informieren Sie den Patienten, wenn es länger dauert.
- Ablauf erklären: Schildern Sie vor der Behandlung in einfachen Worten, was passiert. Kündigen Sie Geräusche oder Gefühle an.
- Kontrolle geben: Vereinbaren Sie ein Stoppzeichen und sorgen Sie dafür, dass es beachtet wird.
- Begleiten: Bleiben Sie während der Behandlung ansprechbar. Eine ruhige Stimme und kurze Rückmeldungen geben Halt.
- Abschließen: Loben Sie den Patienten nach der Behandlung und fragen Sie, wie es ihm geht.
Typische Fehler
- Die Angst wird heruntergespielt oder belächelt.
- Fachbegriffe verunsichern zusätzlich.
- Instrumente liegen offen im Blickfeld des Patienten.
- Im Team wird über den Patienten gesprochen, als wäre er nicht da.
- Das Stoppzeichen wird vereinbart, aber nicht beachtet.
Tipps aus der Praxis
Sprechen Sie im Team ab, wie Angstpatienten gekennzeichnet werden, natürlich unter Beachtung des Datenschutzes. So wissen alle Bescheid und können sich darauf einstellen. Planen Sie für diese Patienten etwas mehr Zeit ein und vergeben Sie wenn möglich Termine ohne lange Wartezeit.
Kleine Gesten helfen: ein Tuch für die Hände, eine Decke, ein Glas Wasser nach der Behandlung. Fragen Sie den Patienten, was ihm guttut. Kommunikation mit Patienten ist ein wichtiger Teil der Ausbildung, auch im Blended-Learning-Konzept von Care-er, in dem Sie 3 Tage online lernen und 2 Tage in der Praxis arbeiten.
Sprache, die beruhigt
Worte haben große Wirkung. Statt von Schmerz oder Spritze zu sprechen, sagen viele Praxen eher: Sie spüren gleich einen kleinen Druck. Welche Formulierungen in Ihrer Praxis üblich sind, besprechen Sie mit dem Team. Wichtig ist, ehrlich zu bleiben. Versprechen Sie nichts, was Sie nicht halten können, etwa dass gar nichts zu spüren sein wird. Ehrlichkeit schafft auf Dauer mehr Vertrauen als jede Beschönigung.
Bei starker Angst entscheidet der Zahnarzt über das weitere Vorgehen. Geben Sie keine medizinischen Empfehlungen, sondern leiten Sie Fragen an ihn weiter.
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