Bei der Vier-Hand-Technik arbeiten Behandler und Assistenz eng abgestimmt zusammen. Das spart Zeit, entlastet den Rücken und macht die Behandlung für den Patienten angenehmer.
- Dauer: etwa 30 Minuten zum Einlesen, Übung über mehrere Monate
- Gruppe: am Behandlungsstuhl
- Material: vorbereitetes Tray, Sauger, Instrumente in fester Reihenfolge, gute Sitzpositionen
- Geeignet für: Azubis im 1. und 2. Jahr
Worum es geht
Vier Hände arbeiten gleichzeitig am Patienten: zwei vom Behandler, zwei von der Assistenz. Der Behandler konzentriert sich auf die Behandlung. Sie halten das Arbeitsfeld frei, reichen Instrumente an, nehmen sie ab und behalten den Patienten im Blick.
Damit das funktioniert, braucht es feste Arbeitsbereiche, eine durchdachte Instrumentenfolge und viel Übung. Häufig wird das Bild eines Zifferblatts genutzt, um die Positionen rund um den Patientenkopf zu beschreiben. Die genaue Aufteilung hängt von der Praxis und davon ab, ob der Behandler Rechts- oder Linkshänder ist.
Das brauchen Sie
- ein vollständig vorbereitetes Tray in der Reihenfolge der Behandlung
- eine bequeme Sitzposition für beide, mit freiem Zugang zum Mund
- Sauger und Speichelsauger in Reichweite
- Kenntnis des geplanten Behandlungsablaufs
- vereinbarte Handzeichen oder kurze Signale
Schritt für Schritt
- Vorbereiten: Legen Sie die Instrumente in der Reihenfolge bereit, in der sie gebraucht werden.
- Positionieren: Stellen Sie Stuhl, Licht und Hocker so ein, dass beide entspannt sitzen und gut sehen.
- Aufgaben verteilen: Halten Sie eine Hand für den Sauger, die andere für Übergabe und Abnahme frei.
- Übergeben: Reichen Sie das Instrument im Übergabebereich unterhalb des Patientenkinns an, mit dem Arbeitsende in Arbeitsrichtung.
- Abnehmen: Nehmen Sie das gebrauchte Instrument ruhig ab, bevor oder während Sie das nächste anreichen.
- Vorausdenken: Achten Sie auf den Fortschritt und halten Sie das nächste Instrument bereit.
- Nachbesprechen: Klären Sie nach der Behandlung kurz, was gut lief und was sich verbessern lässt.
Typische Fehler
- Instrumente werden über das Gesicht des Patienten gereicht.
- Die Assistenz steht oder sitzt zu tief und muss sich verrenken.
- Das Tray ist unvollständig, mitten in der Behandlung fehlt etwas.
- Instrumente werden zu früh losgelassen und fallen herunter.
- Behandler und Assistenz sprechen ihre Signale nie ab.
Tipps aus der Praxis
Lernen Sie die Abläufe der häufigsten Behandlungen auswendig. Wer weiß, was als Nächstes kommt, kann vorausdenken. Bitten Sie den Behandler, Ihnen anfangs kurze Ansagen zu geben. Mit der Zeit werden diese immer seltener nötig.
Achten Sie auf Ihre Haltung. Ein gerader Rücken und entspannte Schultern beugen Verspannungen vor. Spitze und scharfe Instrumente übergeben Sie mit besonderer Sorgfalt. Gerade für Umschüler ist eine gute Mischung aus Theorie und Praxis wertvoll. Care-er bietet dafür ein Blended-Learning-Format mit 3 Tagen online und 2 Tagen in der Praxis an.
Kommunikation ohne viele Worte
Im Idealfall laufen viele Handgriffe fast wortlos. Ein Blick oder eine kleine Geste reicht, und Sie wissen, was gebraucht wird. Das gelingt nur, wenn Sie gut eingespielt sind. Sprechen Sie deshalb Signale im Team ab und bleiben Sie bei Unklarheiten lieber bei einer kurzen Rückfrage. Der Patient sollte sich während der Behandlung sicher und gut betreut fühlen. Ruhige Bewegungen und ein aufgeräumter Arbeitsplatz tragen viel dazu bei.
Arbeitspositionen und Übergabebereiche werden in jeder Praxis etwas anders umgesetzt. Richten Sie sich nach den Absprachen in Ihrem Team.
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