Händehygiene in der Zahnarztpraxis: So schützen Sie Patienten und sich

Händehygiene in der Zahnarztpraxis Schritt für Schritt: wann Sie desinfizieren, wie Sie Handschuhe richtig nutzen und welche Fehler Sie vermeiden sollten.

Zuletzt geprüft am 27. Oktober 2026

Saubere Hände sind die wichtigste Maßnahme gegen Keimübertragung in der Zahnarztpraxis. Dieser Leitfaden zeigt Ihnen, wie Sie Händehygiene sicher und routiniert in Ihren Arbeitsalltag einbauen.

  • Dauer: etwa 30 Minuten zum Einlesen, danach tägliche Routine
  • Gruppe: am Behandlungsstuhl, im Aufbereitungsraum, an der Rezeption
  • Material: Händedesinfektionsmittel, Waschlotion, Einmalhandtücher, Hautpflege, Einmalhandschuhe
  • Geeignet für: Azubis im 1. Jahr, Umschüler und Quereinsteiger

Worum es geht

In der Zahnarztpraxis kommen Ihre Hände ständig mit Speichel, Blut, Instrumenten und Oberflächen in Kontakt. Über die Hände können Keime besonders leicht von einem Patienten zum nächsten oder auf Sie selbst gelangen. Händehygiene gehört deshalb zu den Grundpfeilern der Praxishygiene.

Welche Mittel Sie verwenden und wie genau die Abläufe aussehen, legt Ihre Praxis im Hygieneplan fest. Dieser Artikel gibt Ihnen einen allgemeinen Überblick. Maßgeblich sind immer die Vorgaben Ihrer Praxis und die Empfehlungen Ihrer Zahnärztekammer.

Das brauchen Sie

  • Händedesinfektionsmittel aus dem Spender, möglichst berührungsfrei bedienbar
  • milde Waschlotion für sichtbar verschmutzte Hände
  • Einmalhandtücher statt Stoffhandtuch
  • Hautpflegemittel für Pausen und Feierabend
  • Einmalhandschuhe in passender Größe
  • kurze, unlackierte Fingernägel, keine Ringe, Uhren oder Armbänder

Schritt für Schritt

  1. Vorbereiten: Legen Sie Schmuck und Uhr vor Dienstbeginn ab. Kleine Wunden decken Sie nach Vorgabe der Praxis ab.
  2. Waschen nur bei Bedarf: Waschen Sie die Hände zu Dienstbeginn und wenn sie sichtbar verschmutzt sind. Danach gründlich abtrocknen.
  3. Desinfizieren: Nehmen Sie ausreichend Desinfektionsmittel, sodass die Hände vollständig benetzt sind. Reiben Sie Handflächen, Handrücken, Fingerzwischenräume, Daumen, Fingerkuppen und Handgelenke ein.
  4. Einwirkzeit beachten: Halten Sie die Hände während der vom Hersteller angegebenen Einwirkzeit feucht. Erst wenn sie trocken sind, ziehen Sie Handschuhe an.
  5. Handschuhe richtig nutzen: Wechseln Sie die Handschuhe für jeden Patienten und wenn sie beschädigt sind. Nach dem Ausziehen desinfizieren Sie die Hände erneut.
  6. Pflegen: Cremen Sie Ihre Hände in Pausen und nach Feierabend ein. Gepflegte Haut ist widerstandsfähiger.

Typische Fehler

  • Handschuhe gelten als Ersatz für die Händedesinfektion. Das stimmt nicht, beides gehört zusammen.
  • Die Einwirkzeit wird verkürzt, weil es schnell gehen muss.
  • Daumen und Fingerkuppen werden beim Einreiben vergessen.
  • Mit Handschuhen werden Türgriffe, Telefon oder Tastatur angefasst.
  • Die Hände werden zu häufig gewaschen und trocknen dadurch aus.

Tipps aus der Praxis

Machen Sie die Händedesinfektion zu einem festen Ritual: vor dem Patientenkontakt, vor aseptischen Tätigkeiten, nach Kontakt mit Körperflüssigkeiten, nach dem Patientenkontakt und nach Kontakt mit der Patientenumgebung. Wenn Sie sich diese Momente einprägen, müssen Sie nicht mehr nachdenken.

Achten Sie auf Ihre Haut. Rötungen oder Risse sprechen Sie frühzeitig in der Praxis an, damit gemeinsam eine Lösung gefunden wird. Gerade in der Ausbildung hilft es, Abläufe mit erfahrenen Kolleginnen zu üben. Wer die Ausbildung als Umschulung plant, kann sich etwa das Blended-Learning-Modell von Care-er ansehen, bei dem sich 3 Tage online und 2 Tage Praxis abwechseln.

Kurzcheck für Ihren Arbeitstag

Stellen Sie sich vor jedem Griff zum Patienten eine einfache Frage: Sind meine Hände jetzt desinfiziert? Wenn Sie zwischendurch ans Telefon gehen, eine Schublade öffnen oder etwas vom Boden aufheben, beginnt der Ablauf von vorn. Das wirkt am Anfang umständlich. Nach einigen Wochen läuft es jedoch automatisch, und Sie merken kaum noch, wie oft Sie desinfizieren. Ein Spender in Reichweite des Behandlungsstuhls erleichtert die Routine sehr. Fehlt er oder ist er schlecht erreichbar, sprechen Sie das ruhig im Team an.

Hinweis

Welche Präparate und Einwirkzeiten in Ihrer Praxis gelten, steht im Hygieneplan. Fragen Sie im Zweifel die hygieneverantwortliche Person oder Ihre Zahnärztekammer.

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Häufige Fragen

Ersetzen Handschuhe die Händedesinfektion?

Nein. Handschuhe können kleine Löcher haben, und beim Ausziehen gelangen Keime leicht auf die Haut. Desinfizieren Sie die Hände deshalb vor dem Anziehen und nach dem Ausziehen.

Wann wasche ich meine Hände statt sie zu desinfizieren?

In der Regel bei Dienstbeginn und wenn die Hände sichtbar verschmutzt sind. Im Ablauf zwischen Patienten steht die Desinfektion im Vordergrund. Die Details regelt Ihr Hygieneplan.

Darf ich Nagellack oder künstliche Nägel tragen?

In der Regel nicht, weil sich darunter Keime halten und die Desinfektion erschwert wird. Halten Sie sich an die Vorgaben Ihrer Praxis.

Händehygiene in der Zahnarztpraxis: Praxisleitfaden